Die Akupunktur

Die Akupunktur ist ein Teil der Chinesischen Medizin, zu der auch Verfahren wie die Kräutertherapie und das Qi Gong (eine mit Achtsamkeit ausgeführte kombinierten Atmungs- und Bewegungstherapie) sowie eine Vielzahl manueller Behandlungstechniken gehören.

In der Akupunktur wird  durch die Reizung spezifischer Punkte Einfluss auf die  Regulationsmechanismen des Körpers genommen mit dem Ziel, Disharmonien dieser Prozesse auszugleichen.
Der harmonische Fluss des Qi (grob übersetzt die Summe aller Transport-, Informations- und Stoffwechselprozesse im Körper) stellt im Denkmodell dieser Therapie die Grundlage für Gesundheit dar.

Der Befund in der Chinesischen Medizin

Der Behandler erfragt bei Bedarf sehr genau die einzelnen Körperfunktionen z.B. mit Fragen zu Verdauung, Atmung, Menstruation, usw., aber auch allgemeine Symptome wie Müdigkeit und Temperaturempfinden können diagnostisch eingeordnet werden.
Zusätzlich wird u.a. der Puls am Handgelenk beurteilt (die chinesische Medizin unterscheidet hier ca. 28 verschiedene Qualitäten) sowie das Erscheinungsbild der Zunge eingeschätzt (u.a. die Farbe, der Belag, ob es Zahneindrücke gibt, etc.).

Die Chinesische Medizin blickt auf eine über 2000-jährige Geschichte zurück, in deren Verlauf verschiedene Denkmodelle zur Funktion des menschlichen Körpers entstanden sind, die die Entstehung von Krankheit erklären sollten.

Großen kulturellen Einfluss auf das Modell hatte die Theorie von Yin und Yang. Nach dieser können alle Geschehnisse in der Welt nur in Relation zueinander beurteilt werden. Demnach ist auch den Symptomen des Menschen nur in Bezug zu anderen Einflussfaktoren einen Krankheitswert zuteilbar.

Das Modell der Fünf Wandlungsphasen (auch bekannt als Fünf Elemente) wiederum hilft dabei, die verschiedenen Geschehen zueinander in Bezug zu setzen. Die Symptome und Umstände werden ihrer Charakteristik nach den Wandlungsphasen zugeteilt und danach ihr Einfluss aufeinander beurteilt. Diese relative Betrachtungsweise des Menschen ermöglicht es der Chinesischen Medizin, eine sehr individuelle Einschätzung und Behandlung der Problematik vorzunehmen.

Die Lehre der Leitbahnen im Körper (oft als „Meridiane“ bezeichnet) hilft beim Zuordnen des Ortes der Beschwerden. So können zum Beispiel Schmerzen, die hauptsächlich an der Außenseite von Bein und Rumpf auf einer Seite auftreten einer bestimmten Leitbahn zugeordnet werden. Nach der Theorie der Chinesischen Medizin dienen die Leitbahnen unter anderem als eine Art Kanal für den Fluss und die Ausbreitung des „Qi“ und sind somit ein wichtiger Bestandteil für die Versorgung der durch die Leitbahn miteinander verbundenen Körperregionen. Eine Störung an einem Ende dieser Leitbahn kann somit als mögliche Ursache für Symptpome am anderen Ende angenommen werden. Ebenso findet oft die Behandlung diese Symptome durch entfernte Punkte auf der jeweiligen Leitbahn statt.

Die Funktionen des Körpers werden in der chinesischen Lehre schließlich unter dem Begriff des „Qi“ (s.o.) zusammengefasst, wobei diese Funktionen alle von einander abhängen und sich gegenseitig beeinflussen. Überall dort, wo die Funktionen des Qi nicht ungehindert ablaufen, entstehen die Krankheitssymptome. Es wird also das jeweilige Symptom in eine Funktionsstörung des Qi übersetzt.

Durch diese gegenseitige Abhängigkeit der Körperfunktionen werden, wie oben erwähnt, zum Ergründen des Krankheitsprozesses auch verschiedenste Informationen eingeholt, wie zum Beispiel die Verträglichkeit von Wetterveränderungen (Wind, Hitze, Kälte, feuchtes Klima), die Ernährungsgewohnheiten (besonders in Bezug auf Unterschiede wie gekocht oder roh, Bevorzugung der Geschmäcker scharf, salzig, bitter, sauer oder süß und anderes), die Verdauungsfunktionen, die Schlafqualität und vieles mehr. Alle diese Faktoren führen zu einer Beurteilung der korrekten Funktionserfüllung bzw. Störungen des Qi, woraus sich als Folge die Behandlungsstrategie ableitet.

Die Behandlung

In der Therapie werden im Anschluss die nach dem Konzept der Chinesischen Medizin die zu behandelnden Punkte ausgewählt und manuell (Akupressur) oder mit der Nadel (Akupunktur) gereizt, oder die betroffenen Meridiane in ihrer gesamten Länge mit manuellen Techniken behandelt. Diese können in ihrer Intensität von sanftem Streichen bis zu kräftigem Schieben oder lokalem Druch variieren. Auch Vibrationstechniken und den Körper in rhythmisches Schwingen zu versetzen gehören dazu.

Als begleitende Therapiemethoden werden in der Akupunktur unterstützende Mittel genutzt, deren Einsatz und Umfang in der Behandlung je nach Erscheinungsform des Problems variieren. Zu diesen Mitteln zählen unter anderem:

Moxa Getrocknetes Beifußkraut wird in geringem Abstand zum Akupunkturpunkt abgebrannt, um einen Wärmereiz am Punkt zu setzen
Schröpfen Durch einen Unterdruck im Schröpfglas wird eine Ansammlung von Gewebewasser unter dem Glas erzeugt
Guasha Das mit Massageöl eingeriebene Hautareal wird mit einem Hilfsmittel mit stumpfer Kante „geschabt“, um eine Hautreaktion zu provozieren

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